Jean Paul Gaultier, das „Enfant terrible“ der Mode, beendete seine 50-jährige Karriere auf den Couture-Laufstegen mit einer letzten Show im Théâtre du Châtelet in Paris, die unglaubliche 70.000 Swarovski-Kristalle zeigte.
Gaultier hat jahrzehntelang eng mit Swarovski zusammengearbeitet und sogar einen eigenen Kristall kreiert, den Kaputt, was im Deutschen „kaputt“ bedeutet – einen wendbaren, zweifarbigen kubistischen Stein, der die übliche erwartete Perfektion von Kristallen im klassischen Gaultier-Stil infrage stellte. Die Show diente auch als Startpunkt für die Herbst/Winter 2020-Kollaboration des Designers mit Atelier Swarovski, die aus den perfekt unperfekten Kaputt-Steinen entstand.

EXTRAVAGANZA
Die Extravaganz umfasste einige von Gaultiers Lieblingsmodellen, Musen und Musikern, von der unglaublichen Dita Von Teese über die Hadid-Schwestern bis hin zu Boy George und sogar Antoine de Caunes, Co-Moderator des berüchtigten – und urkomischen – Eurotrash.
Der rebellische Designer hat alles von Korsetts, Lederjacken, Schmuck, Minikleidern bis hin zu seinen klassischen geschlechtsübergreifenden Smoking-Designs mit Swarovski-Kristallen verziert. Die meisten seiner Looks wurden aus früheren Haute-Couture-Kollektionen recycelt, und die Show stand im Zeichen der Nachhaltigkeit – nach seiner Kritik an Modeabfällen im letzten Jahr hat sich Gaultier zur Aufgabe gemacht, sein Publikum zum Recyceln und Upcyceln ihrer Kleidung zu ermutigen.

GLANZ UND STIL
Ich hatte das Glück, seine Fashion Freak Show 2019 im Folies Berger Theater zu sehen, eine autobiografische musikalische Laufsteg-Extravaganz, die – im typischen Gaultier-Stil – ebenso lustig wie berührend und schön war. Im Foyer waren einige seiner fabelhaftesten Schaustücke ausgestellt, darunter ein strassbesetzter pinkfarbener Zylinder und ein Strass-Tattoo-Bodysuit.
